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Leseprobe „Walpurgisnacht“

(erster Niederbayern-Krimi)

Missmutig blickte Cornelius auf das kleine Display. Tabea würde ihn die nächsten Tage nicht in Neukirchen besuchen kommen, da sie Tom zu Fotoaufnahmen nach Teneriffa begleitete. »Du bist doch nicht böse, Papilein? Das ist ein ganz wichtiges Shooting für Tom und er braucht mich.«

Nein, das Papilein war natürlich nicht böse. Warum Tom auf einmal Tabea dazu brauchte, um in eine Kamera zu lächeln, war ihm zwar schleierhaft, aber er hatte es sich irgendwann abgewöhnt, die Entscheidungen seiner Tochter zu hinterfragen. Wahrscheinlich klangen einige Tage Aufenthalt auf einer Atlantikinsel mit diversen Leuten aus der Film- und Modebranche einfach vielversprechender als ein Urlaub zwischen Wald und Wiesen.

Er rief Ramona an, aber ihm wurde nur mitgeteilt, dass der Gesprächsteilnehmer vorübergehend nicht zu erreichen sei. Sie nahm es ihm bestimmt noch übel, dass er ihren Anruf am Nachmittag nicht angenommen hatte. Cornelius musste feststellen, dass er bei seinen beiden Frauen momentan nicht allzu hoch im Kurs stand.

Aber wenigstens würde ihn Valerie morgen erst in die Sonntagsmesse und dann zur Maibaumaufstellung begleiten.

Als er die Haustüre aufschloss, hörte er die Turmuhr von St. Ulrich Mitternacht schlagen. Es war Walpurgisnacht – die Nacht, in der mancherorts jede Menge Unsinn und Schabernack getrieben wurde. Lass das gute Stück nicht aus dem Auge, schickte er Sascha deshalb in Gedanken hinterher.

*

Sascha Eichinger wusste nicht, wo er war. Sein Kopf brummte wie ein Bienenstock und irgendjemand hatte ihm die Augen verbunden. Was zum Teufel war mit ihm passiert? Die Scheunentür war plötzlich aufgegangen und er hatte zwei schwarz gekleideten Gestalten mit Masken gegenübergestanden. Die Gesichter sahen auf den ersten Blick furchtbar aus, aber der Schreck war schnell der Belustigung gewichen. Glaubte man in Ebersbach ernsthaft, eine Faschingsmaske würde ihm Angst einjagen? Mit einem spöttischen Lächeln hatte er sich umgedreht und nach seinem Telefon gebückt, als er hinter sich eine rasche Bewegung wahrnahm. Im selben Augenblick wurden ihm auch schon Mund und Nase zugehalten. Das Letzte, woran er sich erinnern konnte, war ein stechender Geruch. Dann wurde alles schwarz.

Erstaunt bemerkte er, dass er seine Hände frei bewegen konnte, und er fasste instinktiv nach der Augenbinde, um sie abzunehmen.

Der Ort kam ihm bekannt vor, aber es dauerte einige Sekunden, bis er begriff, wo er sich befand. Wer auch immer sich diesen zweifelhaften Spaß erlaubt hatte, hatte sich die Mühe gemacht, ihn bis zu den Keltenschanzen zu schleppen. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und keine Ahnung, wie lange er schon hier draußen saß. Er wusste nur, dass ihm kalt war, was nicht verwunderlich war, da ihm seine Angreifer offenbar den Pullover ausgezogen hatten und er nur noch sein T-Shirt trug, das mehrere Risse und Löcher aufwies.

Sein Mund fühlte sich staubtrocken an. Er wollte aufstehen, spürte aber, wie ihm schwindlig wurde. Er blieb einige Minuten regungslos sitzen, um dann einen neuen Versuch zu wagen. Mühsam stützte er sich am Stamm der alten Buche ab, als er plötzlich Schritte hinter sich hörte und sich langsam umdrehte. Wie in Zeitlupe sah er den dicken Ast auf sich zukommen, doch er schaffte es nicht mehr, der Wucht seines Angreifers zu entkommen.

Bereits der erste Schlag, der ihn direkt an der Schläfe traf, war tödlich …

Leserstimmen zu "Walpurgisnacht"

„Für Fans von niederbayerischen Krimis ist er ein Muss, aber auch so ist es lohnenswert sich diesen Krimi zu besorgen.“

Kaliber 9

Magazin

„Ein spannender Krimi voll niederbayerischem Lokalkolorit.“

Bayern im Buch

Online

„Ein spannendes Buch, leicht und locker geschrieben, es liest sich sehr gut. Witzige Einlage, alles in allem eine entspannende, lustige Lektüre. Kann ich jedem empfehlen.“

Leserrezension

„Die Autorin Karoline Eisenschenk hat einen tollen Schreibstil die Geschichte ist von Anfang bis zum Ende spannend auch der Humor an manchen Stellen kommt nicht zu kurz. Sie schafft es die Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken und man weiß bis zum Schluss nicht wer der wahre Mörder ist. Die Protagonisten sind klasse beschrieben und der Professor ist einem sofort Symphatisch. Ein wirklich sehr gelungener Krimi der mir sehr viele schöne Lesestunden verschafft hat …“

Leserrezension